Duc-Forum (http://www.duc-forum.de/index.php)
- Ducati (http://www.duc-forum.de/board.php?boardid=1)
-- Allgemeine Fragen & Antworten rund um Ducati (http://www.duc-forum.de/board.php?boardid=3)
--- 1198 macht komische geräusche dann aus (http://www.duc-forum.de/thread.php?threadid=88736)


Geschrieben von thunder1987 am 09.09.2018 um 21:39:

  1198 macht komische geräusche dann aus

Guten Abend,

Ich habe gleich mal ne Frage zu anfang.
Meine 1198 hat komische geräusche aus den Motor gemacht.
Aber nur beim Gas geben. Im leerlauf alles normal.
Dachte die Kupplung ist das.
Dann bin ich Noch 10 km langsam ( bis 3000 rpm) nach hause gefahren.
Doch nach 8 km war schluss. Motor ging aus während fahrt und nicht mehr an.
Ich hatte gleich die Kupplung gezogen und während des Ausrollens ging auch
kein Gangwechsel. Erst wo ich stand. Restlichen 2 km nach hause geschoben.

Jetzt dreht der Motor noch ca 1 umdrehung dann bricht die Batterie zusammen.

Hat jemand schonmal das Problem gehabt.
Bzw Wie sollte ich mit der Fehleranalyse vorgehen.
Ich wäre dankbar für tipps...

Edit
Duc 1198 ist von 2010 mit 13k km



Geschrieben von lunschi am 09.09.2018 um 22:07:

  1198 verendet

...da der Motor sich nicht mehr durchdrehen lässt fallen Dinge wie Kompressionsdruck messen wohl flach.

Hat das Motorrad mal einen Um- / Unfall erlebt bei dem der Motor auf der Seite liegend noch gelaufen ist?

Was für ein Öl ist drin (Viskosität)?

Ich würde zunächst mal das Öl ablassen und auf Verfärbung / Späne prüfen, gleichfalls den Magneten an der Ablassschraube.

Mein Verdacht (ohne den Motor gehört zu haben): Pleuellagerschaden. Da Du noch eine ganze Weile gefahren bist, möglicherweise mit größerem Kollateralschaden.

Gruss
Kai



Geschrieben von thunder1987 am 09.09.2018 um 22:38:

 

danke für deine Antwort, konnte mir sowas schon denken.
keine um und unfaller
hatte mich von meinen mitfahrern verleiten lassen weiter zu fahren...
naja selber schuld ....
Öl kommt jede saisson neu rein... viskosität muss ich morgen mal schauen...

es hat keine Schläge im Motor gegeben, sonst wäre ich sofort stehen geblieben.
nur komische nebengeräusche beim Gas geben.



Geschrieben von Stolle1989 am 10.09.2018 um 08:37:

 

Kannst du das "komische" Geräusch ggf. etwas genauer definieren?

Du kannst auch mal versuchen den Motor von Hand durchzudrehen. Dann merkst du recht schnell ob da was im Kurbeltrieb im Argen ist.

Ich würde auch Pleuellager tippen, da dies so ziemlich das einzige Gleitlager im Motor ist und der Schadenshergang am ehesten dazu passt.

Wenn ein Rollenlager aufgibt gibt es meist lange vorher mahlende Geräusche und wenn doch mal jetzt auf gleich der Käfig bricht rappelt es in der Regel recht dolle.



Geschrieben von thunder1987 am 10.09.2018 um 21:51:

 

guten Abend,

so öl ist draußen, leichte späne sind drin.
Motor dreht durch ( mit Startknopf ) wenn die Kerzen draußen sin,
Kompression vom stehenden zylinder 10 bar und vom liegenden 7,5 bar.

es war wie ein mahlendes geräusch beim gas geben.

Hat jemand noch ein Tip, bzw wie gehe ich weiter ohne gleich den Motor zu zerlegen?



Geschrieben von Ionenwalze am 10.09.2018 um 22:27:

 

"Leichte" Späne ist etwas unpräzise. Es ist sicher auch kein gutes Zeichen. Material der Spne feststellbar. evtl. Bilder?

Mit Motor durchdrehen war wohl eher "von Hand" gemeint. Da hat man ein besseres Gefühl. Idealerweise mit KW-Drehwerkzeug. nicht so gut, aber besser als mit Starter: Gang einlegen und Hinterrad aufbocken und daran drehen. Dass es ohne Kerzen durchdreht heißt erstmal nicht so viel, außer dass das Pleullager und Kolben nicht verschweißt sind und sich das Ganze nicht vollends aufgelöst hat. Dass er mit Kerzen nicht durchdreht liegt ja nicht an einer leeren Batterie, oder?

Kalt Kompression messen ist ja so ne Sache. Aber ohne die genauen Sollwerte speziell für den Motor zu kennen, würde ich sagen, die Kompression für den liegenden ist zu niedrig aber noch da. Der stehende ist auch nicht zu hoch, kann aber auch daran liegen, dass der Motor kalt gemessen wurde. Das heißt, Ventile sind noch da und verrichten zumindest weitestgehend ihren Dienst. Mit den Kolbenringen/Lauffläche sieht es vermutlich nicht so gut aus. Ob das Ursache oder Kolateralschaden ist, wird man erst beim Zerlegen sehen. Man könnte sich auch etwas von der Lauffläche mit dem Endoskop ansehen. Aber wenn man dann feststellt, dass die Lauffläche hinüber ist, muss man eh zerlegen. Andernfalls muss man auch zerlegen, um festzustellen, was es dann war.

m.E. kann Ursache eigentlich nur eine Gleitpaarung sein. Wie erwähnt ist alles andere Wälzgelagert. Und die haben i.d.R. besser Notlaufeigenschaften und machen sich vor Totalschaden früher bemerkbar. Reibpaarungen gibt es drei: Pleullager, Kolbenlauffläche und Kolbenbolzen.

Gruß und viel Glück dass es soch nicht so schlimm ist, wie vermutet
Andi



Geschrieben von Sethas am 10.09.2018 um 22:30:

 

Bei Spänen im Öl wird dir wohl nichts anderes übrig bleiben den Motor instandsetzen zu lassen oder dies selbst zu tun.



Geschrieben von lunschi am 10.09.2018 um 23:08:

  Motorgeräusch

...also wenn er sich doch noch durchdrehen lässt und sogar noch Kompressionsdruck aufbaut ist sicher noch nicht alles verloren, d.h. der Motor nicht komplett Kernschrott.

Als nächstes wären die "leichten Späne" mal näher zu bewerten und dann (wenn man nicht direkt den Motor zerlegen will) vielleicht doch mal irgendwo ein Endoskop besorgen und wenigstens mal die Zylinderlaufbahnen und die Pleuel besichtigen.

Konnte man das mahlende Geräusch einer Motorseite zuordnen, links oder rechts?

Ist in den letzten 5000 km irgendwas am Motor gemacht worden - Schwungrad getauscht oder sowas?

Kai



Geschrieben von Stolle1989 am 11.09.2018 um 06:41:

 

Genau, hast du Bilder von den Spänen?

Anhand dessen kann man ggf. zuordnen ob es von einem Gleitlager stammt oder einfach Gehäusealu ist weil das Schwungrad oder Ähnliches lose ist.

Kompression kalt sagt eigentlich kaum was aus, wir hatten mal eine 748 die hatte kalt unter 7 bar und warm dann über 10. Lief tip top.


Bevor du den Motor komplett zerlegst kannst du die Seitendeckel runter nehmen und schauen ob du was siehst.
Vermutlich wirst du dann zerlegen müssen.
Ich finde der Schadenshergang klingt sehr stark nach Pleuellager welches dann auch deutlich zu heiß wurde und entsprechend den Stillstand herbei geführt hat. Wenn es nun wieder abgekühlt ist dreht es sich wieder einigermaßen.

Aber es ist halt nur eine Vermutung und Klarheit schafft nur eine präzise Analyse.



Geschrieben von thunder1987 am 11.09.2018 um 08:22:

 

Danke für die vielen Antworten, hier erstmal kurz das Bild von der Späne am magneten



Geschrieben von Stolle1989 am 11.09.2018 um 08:30:

 

Erkennen tu ich da recht wenig aber wenn sie am Magneten sind kann man Gehäuseabrieb und Gleitlagermaterial ausschließen.

Ich nehme in solchem Fall ein Zewa und ziehe damit die Späne ab. Dann im Zewa etwas sauber machen und man kann die Farbe bestimmen.



Geschrieben von thunder1987 am 11.09.2018 um 17:04:

 

So habe jetzt das ölsieb raus bekommen. Bild im Anhang...
Alles kupfer Späne... Mmmhhh.
Was kann das sein?



Geschrieben von armin am 11.09.2018 um 17:35:

 

Mhm... Lagerschalen der Kurbelwelle haben zumindest eine Lauffläche aus einer 3-Stoff-Legierung aus Blei, Zinn und Kupfer. Möglich, dass sich da die Lagerschalen verabschiedet haben.



Geschrieben von senior am 11.09.2018 um 17:46:

 

Gleitlager / Schadensbilder usw :

https://mam.rheinmetall-automotive.com/mc/epaper?guid=15bc988514cacf2c



Geschrieben von Gobbi am 11.09.2018 um 20:06:

 

@senior:
Danke für den link!
k



Geschrieben von armin am 11.09.2018 um 20:55:

 

Wirklich sehr informativ. Musste mir das auch gleich mal wegspeichern :-)



Geschrieben von thunder1987 am 11.09.2018 um 21:40:

 

Ok danke für die Infos.

Dh. Motor muss komplett raus und zerlegt werden.
Ungefähr kosten?? Bzw Materialkosten?

Oder gibt es Austausch Motoren???



Geschrieben von Stolle1989 am 11.09.2018 um 21:46:

 

Sieht für mich zu 99 Prozent danach aus.

Wenn wie in diesem Fall kleine Fremdkörper durch gegangen sind würde ich alle Lager pauschal erneuern. Dazu noch ne Austausch KW plus Pleuel oder vorhandenes Material aufarbeiten. Kolben und Zylinder kann man nur begutachten wenn zerlegt.

Ergo wenn du das nicht selber machst wird es ziemlich teuer und du wirst sicher mit einem gebrauchten Motor günstiger bei weg kommen. Allerdings mit dem Risiko das er auch bald hopps geht.



Geschrieben von lunschi am 11.09.2018 um 21:57:

  Motorproblem

@thunder1987:

...das sieht schon ziemlich nach zerriebenen Pleuellagern aus... Das rechte Kurbelwellenlager (im Kupplungsdeckel) ist allerdings auch ein Gleitlager. Kenne allerdings kein Beispiel dafür das dass jemals kaputt gegangen wäre.

Nein es gibt keine Austauschmotoren. Bei Händlern wie Kämna kann man überholte Motoren kaufen. Ruf da mal an.

Kosten für die Reparatur? Kommt drauf an ob die Kurbelwelle überlebt hat. Wenn ja kanns noch im erträglichen Rahmen bleiben; wenn nein - die Welle allein kostet ca. 2500 Euro als Ersatzteil.

Gruss
Kai



Geschrieben von Addi#67 am 12.09.2018 um 07:42:

 

Wenn die KW nicht all zu Arg mitgenommen wurde,kann man sie auf Übergrösse Schleifen.Muss nich immer gleich alles Neu gekauft werden.
Bei Kämna nehmen sie dir auch den alten Motor ab,und Verrechnen..Frag mal den Hauke Bestian..der macht das schon..

Viel erfolg,gruss Addi


Forensoftware: Burning Board 2.3.6, entwickelt von WoltLab GmbH